g-Wert und Verschattungskoeffizient

Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert)

Der Energiedurchlassgrad ist ein Maß für die Durchlässigkeit von Energie bei transparenten oder transluzenten Bauteilen (transluzent = lichtdurchlässig, aber nicht durchsichtig bspw. Milchglas). Er gibt den Energieanteil an, der z. B. durch Sonneneinstrahlung nach innen gelangen kann und dort zur Erwärmung beiträgt. Der g-Wert als Gesamtenergiedurchlassgrad ist die Summe aus der direkten Transmission solarer Strahlung, sowie der sekundären Wärmeabgabe nach innen durch Strahlung und Konvektion. Verlust entsteht durch Reflexion oder Absorption vom oder am transparenten Bauteil. Der g-Wert wird anteilig ausgedrückt. So entspricht ein g-Wert von 0,5 einem Gewinn von 50 % der einstrahlenden Energie. Oftmals wird in Datenblättern statt dem g-Wert auch die Solar Transmission (ST) oder Totale Solar Transmission (TST) angegeben. Der g-Wert entspricht der Totalen Solar Transmission geteilt durch 100.

Bsp.: TST = 83 entspricht einem  g-Wert = 83 / 100 = 0,83

Neben der Durchlässigkeit für sichtbares Licht ist der g-Wert vor allem abhängig von der Durchlässigkeit für Infrarotstrahlung, die auch als Wärmestrahlung bezeichnet wird. Da es sich um die Energie aus dem gesamten Spektrum handelt, kann aus dem g-Wert keine direkte Aussage über die Helligkeit in einem Raum getroffen werden. Der reflektierte Anteil der Energie gilt als Verlust, da dieser nicht mehr zur Erwärmung des Gebäudes beiträgt. Der absorbierte Anteil hingegen erzeugt im Material Wärme und trägt daher zur Energiebilanz bei. Jedoch geht dabei auch Energie nach außen verloren. Dieser Verlust durch Absorption variiert bei einer Doppelverglasung stark zwischen innerer und äußerer Scheibe, wobei ein höherer Verlust an der äußeren Scheibe besteht. Bei Polycarbonat-Mehrstegplatten zeigt sich ein ähnlicher Effekt zwischen den verschiedenen Kammern von außen nach innen.

Hohe Lichttransmissionswerte bedeuten, dass viel Tageslicht ins Gebäude gelangen kann. Um möglichst viel Tageslicht ins Gebäude zu bekommen, sollte die in Prozent angegebene Lichtdurchlässigkeit (auch als Lichttransmissionswert LT bezeichnet) möglichst hoch sein. Hohe Solartransmissionswerte, sprich ein hoher g-Wert bedeutet hingegen, dass viel Wärmestrahlung ins Gebäude gelangen, und das Gebäude sich somit über die Sonneneinstrahlung stark aufheizen kann. Daher sollte der g-Wert möglichst klein sein.

Verschattungskoeffizient (b) 

Der Verschattungskoeffizient b (shading coefficient) nach VDI 2078 wird von Herstellern von Glas und PC-Mehrstegplatten oftmals anstelle des g-Werts genannt. Der Zahlenwert liegt proportional höher, da der g-Wert der betreffenden Scheibe oder Mehrstegplatte ins Verhältnis zum angenommenen g-Wert einer Zweischeiben-Normalverglasung gesetzt wird. Daraus resultiert:

b = g / 0,8

Bis Oktober 1994 wurde stattdessen Bezug auf eine 3 mm Einfachverglasung mit einem g-Wert von 87% genommen.  b = g / 0,87